Der Hund möchte schon wieder auf die Terrasse. Du bist gerade mitten in einem Zoom-Meeting. Kaum hast du die Tür geöffnet, möchte er zwei Minuten später wieder hinein. Und während du zum fünften Mal aufstehst, merkst du: Eigentlich ist es gar nicht der Hund, der dich gerade stresst.
Vielleicht kennst du genau diese Situation.
Draußen sind es über 30 Grad. Im Homeoffice versucht der Ventilator verzweifelt gegen die Hitze anzukommen, dein Laptop läuft heiß und deine To-do-Liste scheint mit jeder Stunde länger zu werden. Dein Hund sucht mal Schatten auf der Terrasse, mal den kühlen Fliesenboden im Wohnzimmer. Für ihn ist das ein ganz normales Verhalten.
Für dich fühlt es sich irgendwann nach einer weiteren Aufgabe an.
Doch genau hier steckt eine wichtige Erkenntnis, nicht über deinen Hund, sondern über dich.
Wenn jede Kleinigkeit zur Belastung wird
Von außen betrachtet ist es eine Lappalie: Tür auf, Tür zu.
Wassernapf auffüllen, den Hund noch einmal kurz in den Garten lassen.
Eigentlich dauert das alles nur wenige Sekunden.
Warum fühlt es sich dann manchmal so an, als würde dir genau das die letzte Energie rauben?
Weil dein inneres System, dein innerer Zustand, längst nicht mehr auf einzelne Situationen reagiert. Es befindet sich dauerhaft im Reaktionsmodus.
Der Hund ist nur einer von vielen Impulsen.
Da sind noch die eingehenden E-Mails, die Nachricht einer Kundin und das klingelnde Telefon.
Dann noch die Erinnerung an den Einkauf, der Gedanke an den Social-Media-Beitrag, den du heute eigentlich noch schreiben wolltest und irgendwo dazwischen versuchst du auch noch, konzentriert zu arbeiten.
Jede einzelne Unterbrechung wirkt klein, die Summe davon macht den Unterschied.
Warum dein Hund nichts falsch macht
Gerade im Sommer verändern Hunde ihr Verhalten.
Sie wechseln häufiger zwischen drinnen und draußen, suchen kühlere Plätze, trinken mehr oder beobachten einfach die Umgebung von der Terrasse aus.
Aus Hundesicht ist das völlig normal, doch aus Menschensicht entsteht schnell der Gedanke:
„Jetzt muss ich schon wieder aufstehen.“
Doch vielleicht lohnt sich ein Perspektivwechsel: Dein Hund verursacht den Stress nicht.
Er macht ihn sichtbar. Denn dieselbe Situation fühlt sich völlig unterschiedlich an – je nachdem, wie es dir gerade geht.
An entspannten Tagen öffnest du die Tür wahrscheinlich ganz selbstverständlich.
An stressigen Tagen fühlt sich dieselbe Handlung wie eine zusätzliche Belastung an.
Der Unterschied liegt nicht im Verhalten deines Hundes, sondern in deinem inneren Zustand.
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Der wahre Energieräuber heißt Reaktionsmodus
Viele Frauen, die ich begleite, erzählen mir etwas Ähnliches.
Sie fühlen sich, als würden sie den ganzen Tag nur noch reagieren.
- Auf Kund:innen.
- Auf Termine.
- Auf Familienmitglieder.
- Auf ihren Hund.
- Auf ihr Handy.
- Auf Erwartungen von anderen.
Irgendwann bleibt kaum noch Raum für die Frage: „Was brauche ich gerade eigentlich?“
Und genau hier beginnt der Kreislauf. Je häufiger wir automatisch reagieren, desto weniger bewusst treffen wir Entscheidungen.
Unser Nervensystem schaltet auf Autopilot und wir sind nur noch am Funktionieren, aber wir führen uns nicht mehr selbst.
Selbstführung beginnt nicht bei den großen Entscheidungen
Viele glauben, Selbstführung bedeute, große Ziele zu setzen oder perfekte Routinen zu entwickeln. Aus meiner Sicht beginnt sie viel früher, nämlich in genau solchen Momenten.
Der Hund steht vor der Terrassentür. Bevor du automatisch aufstehst, halte für einen kurzen Moment inne, atme einmal bewusst aus und spüre den Boden unter deinen Füßen.
Frage dich ganz ehrlich: Reagiere ich gerade automatisch – oder treffe ich eine bewusste Entscheidung?
Das bedeutet übrigens nicht, deinen Hund warten zu lassen. Es bedeutet lediglich, den Autopiloten kurz auszuschalten. Dieser kleine Moment verändert oft mehr, als wir vermuten.
Warum Hunde uns so viel über uns selbst zeigen
Als systemisch hundegestützte Coach begleite ich Frauen dabei, wieder mehr innere Ruhe und Klarheit zu entwickeln.
Dabei spielen Hunde eine besondere Rollem nicht, weil sie Probleme lösen, sondern weil sie unglaublich ehrlich auf Stimmungen reagieren. Sie leben im Hier und Jetzt, sie kennen kein Multitasking und sie bewerten sich nicht dafür, dass sie eine Pause brauchen.
Genau deshalb spiegeln sie uns oft, wie sehr wir selbst gerade unter Spannung stehen.
Sehe das als eine Einladung, langsamer zu werden, nicht perfekt zu funktionieren, sondern wieder bewusster wahrzunehmen.
Drei Impulse für entspannteres Arbeiten im Homeoffice – trotz Hitze und Hund
1. Plane kleine Unterbrechungen bewusst ein
Wenn dein Hund im Sommer häufiger nach draußen möchte, rechne damit.
Geplante Unterbrechungen fühlen sich deutlich weniger belastend an als unerwartete.
2. Nutze jeden Gang zur Terrassentür als Mini-Pause
Anstatt dich zu ärgern, atme bewusst tief ein und aus.
Oft reichen schon zehn Sekunden, damit dein Nervensystem herunterfahren kann.
3. Frage dich regelmäßig:
„Handle ich gerade bewusst oder funktioniere ich nur?“
Allein diese Frage verändert häufig den Blick auf den gesamten Arbeitstag.
Fazit: Vielleicht geht es heute gar nicht um deinen Hund
Vielleicht zeigt dir dieser Sommertag im Homeoffice etwas viel Wichtigeres.
Nicht, dass dein Hund ständig rein und raus möchte. Sondern dass dein Alltag gerade so voll geworden ist, dass selbst kleine Unterbrechungen dein System an seine Grenzen bringen.
Die gute Nachricht ist: Selbstführung beginnt nicht erst im nächsten Urlaub, nicht nach dem nächsten Coaching und auch nicht dann, wenn endlich weniger Termine im Kalender stehen.
Sie beginnt genau jetzt: Mit einem bewussten Atemzug, mit einer kleinen Pause, mit der Entscheidung, nicht auf jeden Impuls sofort reagieren zu müssen.
Denn innere Ruhe entsteht selten dadurch, dass im Außen alles still wird.
Sie entsteht, wenn du lernst, auch mitten im Trubel wieder bei dir selbst anzukommen.
Du wünschst dir mehr Gelassenheit im Alltag?
Wenn du das Gefühl hast, dass du häufig nur noch funktionierst und dir mehr Klarheit, innere Ruhe und Leichtigkeit wünschst, begleite ich dich gerne dabei.
In meinem systemisch hundegestützten Coaching schaffen wir gemeinsam Raum, damit du wieder bewusste Entscheidungen treffen kannst – für dich, deinen Alltag und dein Business.
Buche dir gerne einen unverbindlichen Klarheitscall oder schreib mir einfach eine Nachricht. Manchmal beginnt Veränderung mit einem einzigen Gespräch.

